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Das war Flughafen: Die dritte Piste

Eine intensive Diskussion zum heißen Thema

Am Dienstag den 19.6.17 fand im Wiener Ringturm eine spannende Diskussion zum Thema dritte Piste statt.

In erster Linie leiden wir unter der Situation am Arbeitsmarkt

Roman Hebenstreit

Neben System Change-Vertreterin Magdalena Heuwieser sprachen Julian Jäger, Vorstand des Flughafen Wien – Vienna Airport), Christiane Brunner (Umweltsprecherin Die Grünen) Thomas Salzer (Präsident der Industriellenvereinigung NÖ) und Roman Hebenstreit (Vorsitzender der Gewerkschaft vida) u. a. über den Sinn einer dritten Piste, Flug- und Wirtschaftswachstum sowie die geplante Staatsziel-Veränderung. Moderiert wurde von Rainer Nowak (Chefredakteur DiePresse.com).

 

Julian Jäger erachtet die Notwendigkeit einer dritten Piste zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und Standortsicherheit von Wien im Besonderen, und Österreich im Ganzen, als gegeben. Der Flughafen würde in 10 Jahren an Wachstumsgrenzen stoßen, und dies würde die Attraktivität des Standortes gefährden, die vor allem von guten (Direkt)-Verbindungen ins Ausland abhängig sei. Es drohe die Abwanderung von stationierten Airlines und Firmensitzen, in Wien und Umgebung, was wiederum einen Verlust von Arbeitsplätzen mit sich bringe. Auch für den Tourismus seien möglichst viele Direktverbindungen essentiell. Die dritte Piste würde nicht zum Spaß gebaut, sondern weil es den Bedarf gäbe. Wachstum im Betrieb sei auch nötig um steigende Löhne zu finanzieren.

Auch Thomas Salzer unterstreicht die Bedeutung einer dritten Piste für die wirtschaftliche Attraktivität der Region. Man solle sich fragen, ob es in Österreich nur ein Ziel sein soll, einen Beitrag zur Verhinderung einer Klimakatastrophe zu leisten, oder ob man sich nicht auch klar dazu bekennen sollte „dass es hier ein Wirtschaftswachstum gibt, dass es hier Beschäftigung gibt, und dass es hier Wohlstand gibt?“

Magdalena Heuwieser hebt dahingehend hervor, dass es einen großen Unterschied zwischen Wohlstand und dem „guten Leben“ gibt, in Österreich und weltweit. Zu meinen, dass dieses nur durch Wettbewerb und Wachstum zu erreichen ist, ist dogmatisch, und lässt außer Acht, dass neoliberale Wirtschaftheorie nur eine Theorie ist, und nur eine von vielen. Eine geplante Festschreibung von Wachstum in der Verfassung ist erschreckend und rechtsstaatlich äußerst bedenklich. Man muss sich hingegen verstärkt fragen, welche Bereiche nicht mehr wachsen sollten ,und welche Bereiche im Gegenzug schon. So müsse man auch hinterfragen, ob die angepriesenen Arbeitsplätze, die durch die dritte Piste geschaffen werden sollen (und deren Ausmaß im übrigen umstritten ist) in einem nachhaltigeren Sektor ebenso möglich sind.

Auch Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen, unterstreicht, dass die Infrastrukturentscheidungen, die jetzt getroffen werden, darüber entscheiden ob die in Paris vereinbarten Klimaziele bis 2050 erreicht werden oder nicht, da solche großen Projekte eine lange Lebensdauer haben.

„In erster Linie leiden wir unter der Situation am Arbeitsmarkt“ betont hingegen Roman Hebenstreit. Daher seien Projekte, die Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand fördern, aus Sicht der Gewerkschaft begrüßenswert. Investitionen in Infrastruktur würden Arbeitsplätze schaffen, das sei Realität. Und nur mit Wohlstand würde auch die ökologische Akzeptanz wachsen.

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