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Das war Thinkers Night

Wie wir achtsamer miteinander umgehen

Was bedeutet Achtsamkeit in Zeiten der Reizüberflutung und Leistungsgesellschaft? Wie können wir achtsamer mit uns selbst und mit anderen umgehen? Wie kann unsere Gesellschaft in Zukunft achtsamer leben? 

Diese Fragen und vieles mehr haben wir bei unserer Thinkers Night am 10. Dezember 2019 im Volkskundemuseum in Wien diskutiert.

Eine unserer ExpertInnen am Podium, Erika Pluhar, Autorin, Schauspielerin und Sängerin, verbindet den Begriff Achtsamkeit mit Achtung, da man nur mit Dem achtsam umgehen kann, Das man auch achtet. „Wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist, kann man jemand anderes auch nicht achten und lieben“, sagt sie. Problematisch findet sie den Leistungsdruck in unserer Gesellschaft. Dadurch nimmt die Empathiefähigkeit der Menschen ab und die Vernunft geht verloren. Um achtsamer zu leben sei es „wichtig Gemeinsamkeiten zu finden, genauso wie anderen Höflichkeit und Respekt entgegen zu bringen. Stille und Einsamkeit ertragen zu können hilft außerdem dabei wieder einen klaren Kopf zu bekommen.“, meint Pluhar.

Wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist, kann man jemand anderes auch nicht achten und lieben

Erika Pluhar

Johannes Gutmann, Gründer von Sonnentor, ist ähnlicher Meinung: „Achtsamkeit ist für mich die Wahrnehmung. Spüren wir uns selbst, spüren wir unsere Umwelt.“ Damit unsere Gesellschaft zukünftig achtsamer wird, muss jeder bei sich selbst anfangen. „Wer langfristig glücklich werden möchte, muss bei sich selber beginnen und wieder zu sich kommen. Dazu sind auch Stille und Einsamkeit wichtig.“, sagt der Waldviertler. 

Auch mit dabei am Podium, Christina Beran, Psychologin. Sie erklärt, dass der Achtsamkeitsbegriff in der Psychologie mit Kontemplation verwandt ist und mit Innehalten, in sich gehen, die Automatik unterbrechen und Aufmerksamkeit verbunden ist. Besonders betont sie hierbei das Atmen: Durch Atemübungen, allein oder in der Gruppe, entsteht wieder mehr Bewusstsein für sich selbst und die Umwelt.

Heinz Vettermann, Österreichische Buddhistische Religionsgemeinschaft und Wiener Gemeinderat SPÖ Wien, erklärt, dass Achtsamkeit einen der zentralen Buddhistischen Werte darstellt. Für ihn bedeutet der Begriff „nicht sofort reagieren müssen, sich selbst spüren, wissen was man fühlt und denkt, Austausch bei sich selbst haben und anderen gegenüber ruhiger und gelassener reagieren. Ruhe und Gelassenheit sind in dieser hektischen Zeit notwendig.“ Sich von den eigenen Vor- und Werturteilen zu entfernen macht einen selbst zu einem angenehmeren Mitmenschen und führt auch zu persönlicher Freiheit und Entspannung. 

Achtsamkeit ist für mich die Wahrnehmung. Spüren wir uns selbst, spüren wir unsere Umwelt.

Johannes Gutmann

Die Experten des Abends waren sich einig: Innehalten in Stille und Ruhe, wahrnehmen, wie Du im Moment fühlst, denkst und was Du mit deinen fünf Sinnen aufnimmst und dabei richtig atmen. Eine Verbundenheit zwischen Mensch und Natur aufbauen und die Momente des Liebens lieben und achten, abseits von Stress und Reizüberflutung – darauf kommt es bei Achtsamkeit an.

W24 – Das Stadtfernsehen war ebenfall bei unserem Talk anwesend. Das Ergebnis ist dieser wunderbare TV-Nachbericht: https://www.w24.at/News/2019/12/2050-Thinkers-Club-Debatte-ueber-Achtsamkeit?fbclid=IwAR2HpIj8ON3-wYBDeQBIexkNr3RXAErRpiiAyHAorHe68oNIoNUEN_rS3-Y

Fotos von: Markus Sibrawa

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