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Das war Thinkers Night: „Wer pflegt mich?“

Fachkraftmangel, Pflegeroboter und die Pflegeregress-Abschaffung – Das war die Thinkers Night: "Wer pflegt mich?"

Die Zahlen sprechen für sich: 456.000 Menschen in Österreich beziehen Pflegegeld. Das sind mehr als das Bundesland Vorarlberg Einwohner hat. Jeden Tag kommen 27 neue Fälle dazu. Im Jahr 2050 werden 750.000 Menschen Pflegebedarf haben. Laut einer aktuellen Wifo-Studie werden 2050 bis zu 80.000 Pflegekräfte fehlen.

Wir müssen den sinnstiftenden Aspekt des Pflegeberufes in den Fokus rücken, um mehr Menschen für diesen Bereich zu begeistern.

Oliver Weichselbaumer

Eine alternde Bevölkerung, Personalmangel in der Pflege und finanzielle Einschnitte für Familien von PflegegeldbezieherInnen: Umstände, die dem 2050 Thinkers Club keine Ruhe gelassen haben. Deshalb widmeten wir unsere erste Thinkers Night in diesem Jahr der Frage „Wer pflegt mich?“. Vier ExpertInnen aus dem Pflegesektor diskutierten, wie die Zukunft der Pflege aussehen wird, welche Entwicklungen auf uns zukommen und wie wir auf sie reagieren können. „Pflege trifft immer alle anderen, aber dann kann es eigentlich sehr schnell gehen und man ist selbst betroffen, direkt oder indirekt“, mahnte Gesundheitsökonom August Österle von der WU und wies darauf hin, dass man dieses drängende Thema nicht einfach weiter ignorieren darf.

Angesprochen auf den massiven Mangel an Fachkräften in dem Sektor, erzählte Oliver Weichselbaumer vom Hilfswerk Oberösterreich, dass man das sinnstiftende Element des Pflegeberufes in den Fokus rücken sollte, umso mehr Menschen für den Pflegebereich zu begeistern. Weichselbaumer und die Pflegeexpertin des Österreichischen Roten Kreuzes, Monika Wild, sind sich einig: Mobile Pflege bringt ein enormes Plus, da sie einerseits Flexibilität ermöglicht und man sich andererseits genau an die Bedürfnisse des zu Pflegenden anpassen kann. Für Wild ist es besonders wichtig, dass zusätzliche Angebote in der mobilen Pflege geschaffen werden. Derzeit gibt es nur die Möglichkeit verhältnismäßig kurze Besuche von PflegerInnen in Anspruch zu nehmen, oder auf einen 24 Stunden Betreuung zurückzugreifen. „Dazwischen gibt es eine Lücke, die geschlossen werden muss“, sagt Wild. Die Abschaffung des Pflegeregresses in Österreich mit 1. Jänner 2018, spüren die beiden Experten in ihrem Alltag deutlich. „Man muss die Kosten im Auge behalten“, räumt Professor Österle ein, er sieht eine aufkommende „Verteilungsfrage“.

Durch den Abend führte Judith Kohlenberger, Kulturwissenschaftlerin an der WU. Angesprochen auf das Schlagwort „Pflegeroboter“ meinte sie: Roboter, die Pflegeaufgaben verrichten, wird es so bald nicht geben, denn die Roboterarme sind den menschlichen Armen weit unterlegen.

Pflege ist ein Thema, das polarisiert und alle Menschen auf eine andere Weise trifft. Deshalb wollten wir, dass sich alle unsere Besucherinnen und Besucher untereinander im Anschluss an die Diskussion austauschen können. Weil wir den richtigen Rahmen dafür bieten wollten, hat der 2050 Thinkers Club Brötchen serviert und Wein vom Weingut Jurtschitsch ausgeschenkt.

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