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Das war Thinkers Night

Wien und die Seidenstraße - Gefahr oder Segen?

Die Seidenstraße – Welche Auswirkungen hat das Projekt auf Wien und wie wird die österreichische, aber auch die europäische Wirtschafts- und Logistikwelt beeinflusst? Wo wird Europa in 30 Jahren im globalen Machtverschiebungsprozess stehen? Die Expertenrunde diskutierte einen Ausblick für die Zukunft sowie Lösungsansätze und Schwachstellen.

Mit dabei Velina Tchakarova, M.A., Institutsleiterin des Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik. Sie ist überzeugt, dass Europa über großartige Ressourcen, nämlich die Bürgerinnen und Bürger, verfügt, auf diese aber nicht ausreichend zurückgreift: „Wir haben nach wie vor tolle Ressourcen auf die wir nicht wirklich zugreifen, wir haben Generation vor uns, die es in Zukunft besser machen können, sie sind aber gar nicht Teil dieses Prozesses.“ Es sei wichtig, das Bewusstsein des Einzelnen, dass er einen Wert im Ganzen hat und systematisch eine Rolle spielt, zu stärken.

Wir haben nach wie vor tolle Ressourcen auf die wir nicht wirklich zugreifen, wir haben Generation vor uns, die es in Zukunft besser machen können, sie sind aber gar nicht Teil dieses Prozesses.

Velina Tchakarova, M.A.

Auch Prof. Dr. Andreas Breinbauer, Rektor der FH des BFI Wien und Leiter des Studienganges Logistik und Transportmanagement an der FH des BFI Wien, meint, man müsse viel mehr mit China zusammenarbeiten. Es liege eine „riesige Fehlinterpretation vor, die vor allem vom Westen induziert wird.“: Die Seidenstraße sei regional komplett offen und thematisch uneingeschränkt, bis April 2019 gab es keine Spezifisierung. „Die EU-Kommission hat die Dimension in ihrer Breite und Tiefe nicht verstanden. People-to-people context ist genauso wichtig wie die wirtschaftlichen Aspekte.“

Mag.a Marlies Stubits, MBA, MSc, Sonderbeauftragte für internationale Finanzinstitutionen, Österreichische Nationalbank, sieht ebenfall ein Versagen bei der EU, an dem die Mitgliedstaaten Mitschuld haben, denn diese haben es bis heute verabsäumt sich auf eine gemeinsame Strategie im Bezug auf die Seidenstraße zu einigen.

Thomas Kargl, Vorstandsmitglied, ÖBB Rail Cargo Austria, sieht die Weiterführung der Transportroute als große Chance für Ostösterreich, das über einen Zugang zu Märkten verfügt, die sonst schwer erreichbar sind. Auch Europa kann den Ausbau der Straße und die steigende Kaufkraft und das wachsende Umweltbewusstsein Chinas zu seinem Vorteil nutzen: „Wir haben einen Vorsprung in der Technologie und können diesen zu unserem Vorteil nutzen, wenn wir es schaffen europäische Einigkeit zu erreichen.“

Wir haben einen Vorsprung in der Technologie und können diesen zu unserem Vorteil nutzen, wenn wir es schaffen europäische Einigkeit zu erreichen.

Thomas Kargl

Es handelt sich beim Thema Seidenstraße nicht nur um einen Konflikt um die weltpolitische Vormachtstellung zwischen Ost und West. Das Projekt stellt vor allem eine riesige Chance für Europa und Österreich dar, andere Bündnispartner zu finden, sei es Afrika oder auch andere aufstrebende Länder Asiens – dieser Schluss ergab sich aus der Podiumsdiskussion und anschließenden Fragerunde des Publikums.

Weitere Eindrücke und Informationen zu dieser Veranstaltung gibt es in unserem Video:

Fotos © Thomas Peschat – www.tompesch.at / facebook.com/trashflashstudio

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