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Nachbericht: Inside A 380

Standort Flughafen Wien - Heute und Morgen

Nachdem wir den größten Passagierflieger der Welt A380 dank Emirates besichtigen durften und einen seltenen Blick in das Cockpit werfen konnten, gingen wir gemeinsam in die 22. Etage des Towers. Eine Etage unter den Fluglotsen des Flughafen Wiens, hörten wir der informativen und aufschlussreichen Präsentation Julian Jägers (Flughafen-Vorstand) über den Flughafen Wien zu.

 

Flughafen Wien 2018

Das Jahr 2018 markiert mit geschätzt 26 Millionen Fluggästen bis zum Jahresende ein neues Rekordjahr für den Flughafen Wien. Der bisher erfolgreichste Tag in der Geschichte des Flughafens war im Sommer diesen Jahres, an dem ca. 100.000 Passagiere abgefertigt wurden. Die jährliche Passagierauslastung, bei maximaler Runway und Terminal Auslastung, liegt momentan bei 30 Mio. Passagieren.

In den letzten Jahren nahm der Flughafen einen stetigen Wachstumsanstieg wahr, jedes Jahr war bisher ein Rekordjahr und allein heuer wird er ca. 770 Mio. € Umsatz machen. Der Flughafen Wien gilt in Westeuropa als Drehkreuz in den Osten. Er besitzt Anteile am Flughafen Košice (Slowakei) und Flughafen Malta und setzt den strategischen Schwerpunkt in diesem und den nächsten Jahren gezielt auf den Streckenausbau. Heuer gewann er mehrere Strecken dazu, davon drei Langstrecken.

 

Entwicklungen in den nächsten Jahren

In der Planung der nächsten Jahre steht die Erweiterung der Airport City an erster Stelle. Hier können die Fluggäste und Bediensteten des Flughafens unteranderem ein Fitnessstudio, ein Gesundheitszentrum und einen Kindergarten erwarten. Bis zum Jahr 2020 wird der Officepark 4 fertiggestellt, welcher dann zu den modernsten Bürogebäuden Österreichs zählen wird. Um den Fluggästen ein besseres Reiseerlebnis zu ermöglichen werden bis zum Jahr 2023 ca. 500 Mio. € in die Modernisierung des Terminal 2, sowie des Pier Ost investiert.

Das Ziel ist es die Barrierefreiheit der Gäste und das Shopping- und Gastronomieangebot auszuweiten. In der Langfristigen Planung stehen unteranderem die Trennung von PKW und LKW Verkehr durch eine zusätzliche Autobahnanbindung des Flughafens und ein Tierhotel. DHL plant die Ausweitung des Logistikzentrums am Flughafen, da durch die Entwicklung unseres Konsumverhaltens in Zukunft immer mehr Lieferverkehr über den Pisten der Flughäfen der Welt stattfindet. Gerechnet wird mit ca. 22.500 Arbeitsplätzen, die meisten im Verhältnis in Osteuropa.

 

Die dritte Piste

Nach dem Mauerfall 1989 wurde der Flugverkehr in den Osten Europas wieder großflächig aufgenommen, dies bedeutete für den Flughafen Wien eine notwendige Erweiterung der Flughafenpisten. Die dritte Piste befindet sich seit dem Jahr 2000 in Planung. Aktuell muss der Flughafen Wien mit 1,6 Pisten auskommen. Da sich die jetzigen zwei Pisten kreuzen, müssen Flugzeuge oft mehrere Runden über dem Flughafen fliegen bis sie tatsächlich landen können, dabei stoßen sie unnotwendiges CO2 aus. Eine dritte parallele Piste würde 100 Landungen pro Stunde, bei jetzigen 70 Landungen pro Stunde, ermöglichen.

In den Jahren von 2001 bis 2005 fanden Verhandlungen für die dritte Piste statt. Im Jahr 2007 wurde der Antrag auf Umweltverträglichkeit getestet und nach Verzögerungen durch Bürgerinitiativen im Februar letzten Jahres schließlich abgelehnt. Ursachen dafür waren bspw. der Klima- und Bodenschutz. Im Juli urteilte das Verfassungsgericht dann zugunsten des Flughafen Wiens, bis zu diesem Ergebnis befanden sich die Verfahrenskosten schon im dreistelligen Millionenbereich. Nach Prognosen des Flughafens wird die dritte Piste bis zum Jahr 2030 betriebsfähig sein, da die Bauzeit 8 – 9 Jahre in Anspruch nehmen wird. Der Bau der Piste verursacht die größte Erdbewegung in Österreich mit ca. 200 Mio. m³ Erde, um den Lärmpegel nach der Inbetriebnahme der Piste für die Anwohner in der Umgebung des Flughafens zu senken, werden daraus Erdwälle errichtet.

 

Zukunftsmusik?

Flugverspätungen sollen in Zukunft durch das European Skyproject weitestgehend verhindert werden. Momentan verspäten sich viele Flüge, da der europäische Flugraum aus insgesamt 27 Flugsicherungssystemen besteht. Bei jedem Wechsel muss der Pilot mit einem neuen Fluglotsen in Kontakt treten und dies nimmt Zeit in Anspruch. Ein „european sky“ würde auch zum Schutz vor Terrorattacken beitragen, da ein einheitliches Sicherheitssystem bei Terrorgefahr eine bessere Kooperation der Flughäfen ermöglichen könnte. Die Größte Terrorgefahr stellen laut Experten Cyberangriffe dar. Hier könnten Hacker beispielsweise die Flugkontrollsysteme oder die Navigationsdaten manipulieren.

Big Data Analysen und KI könnten bei der Identifizierung von Terroristen behilflich sein, zum Beispiel durch Gesichtserkennung oder verdächtige Verhaltensmuster. In Zukunft sollen Flughafenkameras dazu fähig sein potenziell gefährliche Passagiere, durch den Vergleich von Daten anderer Behörden, zu erkennen und bei Anzeichen von Gewalttätigkeit ggf. der Security mitzuteilen, dass ein Einschreiten notwendig ist. Allerdings können Big Data auch eingesetzt werden, um das Flughafenerlebnis der Gäste zu verbessern und angenehmer zu machen.

Insgesamt werden wir noch viele Veränderungen in den nächsten Jahren am Flughafen Wien miterleben, Veränderungen die unsere Flüge zeiteffizienter und stressfreier machen werden.

 

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