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Klima Wien 2050

Policy Notes: Klimaveränderung Wien 2050 - Was heute tun!

 

DIE HERAUSFORDERUNGEN

Das Klima verändert sich. Acht der zehn wärmsten Sommer der Messgeschichte in Österreich sind in den letzten 30 Jahren aufgezeichnet worden. Hitzewellen dauern dabei länger und werden häufiger. Auch gibt es vermehrte Extrem- wetterereignisse wie Starkregen, Wind und Überschwemmungen.

Die Klimaerwärmung erzeugt nicht nur sommerlichen Badespaß, sondern Hitzewellen haben Auswirkungen auf die Gesundheit von immer mehr Menschen: vermindertes Wohlbefinden, reduzierte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, Zunahme von Atemwegsbeschwerden und -krankheiten, häufigere Erkrankungen und Todesfälle durch Hitzewellen, vor allem bei älteren oder geschwächten Menschen und Kleinkindern. Die Hitze geht oft einher mit vermehrter Luftverschmutzung in Städten. Neben gesundheitlichen Folgen führen die Klimaveränderungen auch zu immer mehr ökonomischen Kosten, geringere Arbeitsleistung und höherem Wasserverbrauch.

Besonders betroffen von verändertem Klima sind urbane Räume. Städte sind wärmer als die Umgebung und erzeugen urbane Hitzeinseln. Straßen und Gebäude speichern Wärme länger und absorbieren die Energie, während Bäume, Grünflächen und Wasserläufe die Energieabsorption mindern, Schatten spenden und Verdünstungskälte erzeugen. Die Temperaturen sind daher in der Stadt höher als im Umland.

Für Wien zeigen Klimaprojektionen des ZAMG einen weiteren Anstieg der Wärmebelastung für die Periode bis 2050 sowie einen drastisch hohen Anstieg der Hitzebelastung bis Ende des 21. Jahrhundert, sollten keine angemessenen Klimaschutz- bzw. Klimaanpassungs-Maßnahmen in Wien getroffen werden.

 

UNSERE VISION UND MASSNAHMEN

Unsere Vision für ein Wien im Jahr 2050 ist eine lebenswerte Stadt für alle Menschen. Wir wollen keine Stadt die im Sommer von Hitze, Asphalt und verdorrten Büschen und Wiesen geprägt ist und in der diejenigen, die es sich leisten können, sich in klimatisierten Wohnungen und klimatisiertem Autos aufhalten oder auf den ländlichen Zweitwohnsitz im Wiener Umland oder in den Bergen flüchten.

 

Urbane Räume als Orte der Lösungen

Dabei begreifen wir gerade urbane Räume nicht nur als Ursache, sondern als Ort der Lösung der Herausforderungen von Klimaveränderungen. Städtisches Leben kann nachhaltiger sein, da geringerer Raum pro Person in Anspruch genommen wird, Transport- und Versorgungswege kürzer sind sowie energieeffizienter gemeinsam zusammen gelebt werden kann.

Zur Bewältigung der Herausforderungen der Klimaveränderungen braucht es sowohl Maßnahmen zur Mitigation des Klimawandels (Maßnahmen zur Reduzierung der Ursachen des Klimawandels) als auch zur Adaption auf den Klimawandel (Maßnahmen der Anpassungen in der Stadt an den Klimawandel).

 

Climate in all policies

Derzeit wird Klimapolitik zumeist nur als Umweltpolitik verstanden. Die Klimaerwärmung darf jedoch nicht nur in Umweltdebatten thematisiert werden, sondern in allen Politikbereichen.

  • Klimaziele müssen bei allen städtischen Maßnahmen als integraler Bestandteil mitbehandelt und bewertet werden.
  • Neben dem finanziellen Budget muss auch ein Klimabudget (Budget von CO2-Emissionen) aufgestellt und kontrolliert werden.
  • Die Klimapolitik ist gerade in Wien im Sozialen Wohnbau zu integrieren und dabei durch die Wiener Wohnbaupolitik mit großem Hebel umzusetzen.

 

Wie wir Wien vor der Hitze schützen

Als Anpassungsmaßnahmen an Hitze und Klimaveränderungen sind sowohl langfristige strategische Planungsmaßnahmen als auch viele kleine Maßnahmen in einer klimaresilienten Stadtentwicklung umzusetzen. Im Klimaschutz und in der Anpassung an den Klimawandel sollte vermehrt auf „naturbasierte Lösungen“ (Nature Based Solutions) gesetzt werden. Die naturbasierten Lösungen bewirken zahlreiche positive (Neben-)Effekte für die Gesundheit, die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Umwelt und können damit effizientere und kostengünstigere Lösungen als herkömmliche Ansätze bieten. Städte kühlen durch Änderung in der urbanen Energiebilanz mit kombinierten Maßnahmen.

  • Anpassungsmaßnahmen der Klimaveränderung in den Instrumenten der Stadtentwicklung und der Bauordnung verankern.
  • Ausbau der urbanen grünen Infrastruktur.
  • Forcierung von Gebäudebegrünung im Bereich des (geförderten) Wohnbaus
  • Entsiegelung von versiegelten Flächen, Ausbau von Parks und Wasserflächen
  • Erhöhung des Albedo-Effekts (Rückstrahlvermögen der Sonneneinstrahlung) und Anlage von Grünräumen bei Neu- und Ausbauten.
  • Gebäudedämmung fördern, sodass keine Klimaanlagen im Sommer benötigt werden.
  • Baum- und Grünraumsortiment für verändertes Stadtklima erforschen. Alternativen anstatt Salz im Winter entwickeln, die Bäume weniger belasten.

 

Wien als Leuchtturm der Klimaforschung und Innovation

Wien hat bereits viel Expertise in der Klimaforschung (u.a. IIASA, ZAMG, Boku, CCCA) und hätte Potential “europäische Klimaforschungshauptstadt” bei den Maßnahmen gegen Klimaveränderungen zu werden.

  • Vienna Climate Innovation Hub: Initiative der Stadt in Kooperationen mit Forschungsanstalten und innovativen Unternehmen gezielt neue Maßnahmen gegen Klimaveränderungen zu erforschen, erproben und umzusetzen.
  • Klimainnovationen verstärkt fördern: Wien wird zum Testlabor neuer Technologien für Stadtentwicklung, Energie, Mobilität und Gebäude.
  • Etablierung eines Stadtrankings von Adaptierungsmaßnahmen auf den Klimawandel und best practice Beispielen um den internationalen Wettbewerb der Städte auf Klimawandelmaßnahmen zu fördern.

 

Ökologisierung des Steuersystems

Wien muss sich für eine Ökologisierung des Steuersystems in Österreich und Europa einsetzen.

  • Verursachergerechte CO2-Steuern sind als Lenkungssteuer anzusetzen, damit externe Kosten auf Klimaveränderungen einbezogen werden.
  • Zentral ist hierbei, dass sich die CO2-Steuer auf den Faktor des tatsächlichen CO2-Ausstoßes bezieht.
  • Mehreinnahmen dürfen nicht dem allgemeinen Budget zufließen, sondern müssen für Maßnahmen des Klimaschutzes zweckgewidmet sein.
  • Im Zuge der Ökologisierung des Steuersystems ist auch die Pendlerpauschale und die Wohnbauförderung auf ihre Auswirkungen in der Klimapolitik zu evaluieren.

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