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Das war Thinkers Night

Klimaszenarien Wien 2050 - Was heute tun?

Wir müssen vom Sonntagsreden zum Handeln kommen, sagte Dl. Dr. Stefan Gara, Unternehmer im Bereich Umweltmanagement und Technologiebewertung. Nach etlichen Filmen, Büchern, Events und Reden scheint vielen noch immer nicht die Importanz des Klimaschutzes bewusst zu sein. Am 22.11.2018 kamen rund 120 Umweltinteressierte zu unserem Event im Alpenverein Wien, über mögliche Klimaszenarien im Jahr 2050. „Was wäre wenn?“, war die Frage die diesen Abend prägte. Was wäre wenn Österreich und der Rest der Welt die Emissionen zurückschraubt und tatsächlich das „Zwei Grad Ziel“ von Paris erreicht? Um das zu erreichen müssten bis 2050 die Weltweiten Treibhausgas-Emissionen um ca. 50% sinken. Was wäre wenn alles so bleibt wie es ist? Zwei Szenarien die nicht unterschiedlicher sein könnten.

Urban Heat Isles

8 von 10 Sommer in den letzten 30 Jahren waren die heissesten registrierten Sommer. Hitzewellen werden immer häufiger und dauern länger an. Diese Wärmewende verleitet Menschen überall auf der Welt dazu sich Klimaanlagen zu kaufen, welche einen sehr hohen Energieverbrauch haben. Vor allem in Städten ist das ein Problem, da sich durch die dichte Bebauung sogenannte Urban Heat Isles bilden. Hier speichern Gebäude die Hitze der Sonnenstrahlen und der lebhafte Verkehr in Städten produziert wärme und trägt so nur noch mehr dem Hitze-Insel-Effekt bei.

 

Was hilft dagegen?

Dem könnte man jedoch entgegenwirken indem man sich den Albedo-Effekt zu Nutzen macht. Je heller die Fassaden der Gebäude in Städten sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Urban Heat Isles bilden, da kurzwellige Strahlung reflektiert wird und das Material sich nicht erwärmt. Jedes neue Gebäude müsste somit auf Klimafreundlichkeit getestet werden. In Wien tragen nicht nur Gebäude dazu bei, dass sich Hitzeinseln bilden. Viele Betonierte Flächen müssten entsiegelt werden und die Stadt müsste ungefähr 50% grüner werden. Was aber einige Schwierigkeiten mit sich bringt, da der Untergrund Wiens wegen der U-Bahn großflächig betoniert ist und die meisten Bäume daher alle 20 Jahre ausgetauscht werden müssen. Fassaden- und Dachbegrünung wäre hier eine Lösung, sie wird aber leider nicht genügend gefördert, dabei würden für Mieter kaum zusätzliche Kosten anfallen.

Nach den Experten unserer Runde sollten diese Umstellungen bald kommen, die frage lautet nur wann. Zukünftige Generationen haben durch unseren bisherigen Umgang mit der Umwelt nur reduzierte Entwicklungsmöglichkeiten. Deshalb ist es wichtig auf unsere Nachhaltigkeit zu achten, beispielsweise durch eine Umweltsteuer oder die Reduktion der städtischen Verkehrsdynamik. Im Moment wird zu viel Fläche für den Individualverkehr genutzt, im Gegenzug sollte die Fläche für Radwege in Wien ausgedehnt werden.

Wir müssen Langfristig denken

Mag. Dr. Andrea Schnattinger

Verbote schaffen keinen Fortschritt, doch es wäre paradox die heutige Konsumgesellschaft ohne Regelungen weiterhin mit genügend Konsumgütern zu versorgen und gleichzeitig nachhaltig zu handeln. Bisher wurde die Ausbeutung von Mensch und Natur mehr oder weniger hingenommen, doch die Idee von Ausbeutung soll es in Zukunft nur noch in Geschichtsbüchern geben. Wir müssen uns klar darüber werden ob die politischen und wirtschaftlichen Strukturen die wir geschaffen haben mit neuen Technologien kompatibel sind. Falls sie es nicht sind sollten wir sie nochmals überdenken. Das Umweltbewusstsein jedes Individuums muss gefördert werden, um das zu bewerkstelligen muss der Klimaschutz entideologisiert werden.

 

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